Von der Idee zum Discgolf-Parcours: Dresden bekommt eine neue Sportanlage
Die Initiative für einen Discgolf-Parcours in Dresden entstand aus einem ganz praktischen Problem: In der näheren Umgebung gab es bislang keine Möglichkeit, Discgolf zu spielen.Die nächsten Parcours liegen in Finsterwalde, Leipzig oder Tschechien – für Vereinsmitglieder bedeutete das jedes Mal eine Anfahrt von mindestens einer Stunde. Dies bremste das Wachstum der Discgolf-Sektion im Verein.
Schon vor fast 5 Jahren nahm der Verein Kontakt mit der Stadt auf. Der Eigenbetrieb Sportstätten zeigte Interesse und die Stadt schlug als Standort die ehemalige Wismuthalde „Kaitzer Höhe“ vor. Das Gelände bietet ausreichend Platz, zahlreiche Höhenunterschiede und eine abwechslungsreiche Vegetation – ideale Voraussetzungen für einen anspruchsvollen und vielseitigen Parcours.
Der Anfang der Abstimmung mit den Behörden gestaltete sich jedoch schwierig. Die Forstbehörde konnte zunächst nicht klären, ob und wie Aufforstungsflächen mit dem geplanten Kurs vereinbar wären. Nach längerer Wartezeit und fast aufgegebenem Projekt lagen die Flächen fest und es wurde drumherum geplant. Im Anschluss musste ein Strahlenschutzgutachten eingeholt werden, da das Gelände über Altlasten verfügt und bauliche Anlagen nur mit entsprechender Freigabe installiert werden dürfen.
Für die Finanzierung wurde das Projekt dem Stadtbezirksbeirat Plauen vorgestellt. Die Mitglieder des Beirats standen der Idee von Anfang an offen gegenüber und lobten die Initiative. Die verhältnismäßig niedrigen Kosten für eine Sportanlage bzgl. Bau und Instandhaltung sowie die breitentauglichkeit des Sports waren dabei entscheidend. Kritische Fragen betrafen vor allem mögliche Konflikte mit anderen Nutzergruppen wie Hundebesitzer:innen und Fußgänger:innen sowie die Turniertauglichkeit des Parcours. Durch eine sorgfältige Planung der Bahnen konnten diese Bedenken ausgeräumt werden. Der Kurs wird 18 Bahnen und einen Übungskorb umfassen und ist damit für Turniere geeignet.
Die Finanzierung des Projekts setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: Der größte Anteil von knapp 46.000 Euro wurde vom Stadtbezirksbeirat bewilligt. Weitere Mittel stammen vom Verein selbst und von zwei Sponsoren, deren Unterstützung durch Vereinsmitgliedern ermöglicht wurde. Neben der finanziellen Unterstüzung des Vereins in einer voraussichtlichen Höhe von 3000€ ist der Arbeitsaufwand der Vereinsmitglieder hervorzuheben. Über 100 Stunden ehrenamtliche Arbeit flossen in die Initiative, Abstimmung mit Behörden und die Gestaltung des Parcours. Auch das Design der Schilder und die Vorbereitung der Eröffnung werden noch viele weitere Stunden in Anspruch nehmen. Die Wartung und Betreuung des Parcours übernimmt der Eigenbetrieb Sportstätten in Kooperation mit dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft.
Die Planung des Parcours ist abgeschlossen. Es entstehen 18 Bahnen – 14 auf der Nordhalde und 4 auf der Südhalde – sowie ein Übungskorb. Das Design berücksichtigt sowohl kurze Bahnen für Einsteiger:innen als auch lange, anspruchsvolle Bahnen sowie Höhenunterschieden, Inselbahnen, Doglegs und Mandatories.
Bisher wurde das Projekt in zwei Artikeln der Dresdner Neueste Nachrichten vorgestellt, die Beschlüsse des Stadtbezirksbeirat wurden veröffentlicht. Die nächsten Schritte sind die Beauftragung der Baufirma, die Bestellung des Materials, das Design der Abwurfschilder und schließlich der Bau und die Installation durch den Galabauer. Die Fertigstellung ist für Oktober 2026 vorgesehen, abhängig von der Zusage und Einschätzung der Lieferanten und Baufirma.
Mit dem neuen Parcours erhält Dresden eine Sportanlage, die eine große Lücke im Freizeitangebot der Region schließt. Der Verein wird den Kurs intensiv für Trainings und Turniere nutzen, ein Unisport-Kurs mit der TU Dresden ist geplant. Es wird erwartet, dass das Interesse am Sport zunimmt und die Discgolf-Community in Dresden und Umgebung wächst.
Kai