Undercover bestätigt Platz in der 1. Liga Damen Indoor

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Nach dem für viele überraschenden Aufstieg zurück in die erste Liga wurde bereits im Sommer darüber nachgedacht, wie und wer denn dieses Aufstiegsgeschenk annehmen würde. Schnell kristallisierte sich der Wunsch vom ganzen Team heraus, ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen, um in jedem Fall die Liga zu halten. Positiv formuliert: Top6 war das erklärte Ziel. Als Aufsteigerteam keine einfache Aufgabe, andererseits hat Undercover eine hochklassige Indoorhistorie vorzuweisen, sodass mit breiter Brust aufgespielt werden wollte und konnte. Wie auch schon die gesamte Wintertrainingszeit stand die DM leider im Schatten von Krankheiten, Verletzungen und anderen Ausfällen, was ein Minus an Eingespieltheit bedeutete, was sich immer wieder anhand von ärgerlichen Missverständnissen bemerkbar machte. Nichtsdestotrotz wollte Undercover Vollgas geben. Durch die akribische Vorbereitung der Coaches Dobi und Judith und mit einem hart erkämpften dritten Platz beim Winterflug am Vorwochenende im Rücken startete Undercover letztlich gegen die Halle Berries aus Halle leicht aufgeregt, aber doch selbstsicher und routiniert ins DM-Wochenende.

Schnell konnte ein erstes und auch zweites Break geholt werden. Halle ließ jedoch ihrerseits nicht locker und schaffte es in der Defense mit harter Around-Verteidigung und in der Offense mit viel Geduld zum 6:6 auszugleichen und sogar mit 8:7 in Führung zu gehen. Eine sehr aufmerksame und druckvolle Defense und eiskalte Offense brachte Undercover jedoch wieder in Front und das Spiel endete mit 12:9. Ein erster Achtungserfolg! Und eine erste gute Übung darin, bei Calls auf Augenhöhe zu kommunizieren und gemeinsam zu guten Lösungen zu kommen. Beide Teams honorierten den Spirit der Gegnerinnen, was dem Spiel noch einmal mehr einen positiven Nachhall verlieh.

Zweite Gegnerinnen des Tages waren die Mainzelmädchen aus Mainz, die mit einer sehr unerfahrenen Frauschaft angereist waren. Undercover startete das Spiel diszipliniert und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Mainzerinnen sehr ernst nahmen. Letztlich wurde es ein Spiel, welches ohne Spiritauffälligkeiten auskam und sich knapper anfühlte, als es das Endergebnis von 15:2 aussagte.

Mit zwei Siegen schien der obere Pool bereits greifbar. Gespannt wurde das Spiel der Gegnerinnen Halle gegen Heidelberg angeschaut. Und nicht recht geglaubt, was da vor unseren Augen passierte: halle lag zwischenzeitlich mit fünf Punkten in Führung, musste sich aber nach einer Wahnsinnsaufholjagd Heidelberg geschlagen geben, was für Undercover bedeutete, unabhängig vom eigenen Spielresultat gegen Heidelberg bereits zu den besten vier Indoorteams Frauenfrisbeedeutschlands in der Saison 203/24 zu zählen!

Im letzten Spiel des Tages galt es nun also, gegen die amtierenden Indoormeisterinnen Heidees aus Heidelberg zu bestehen. Bis zum 5:5 lagen beide Teams gleichauf, ehe sich Undercover erstmals leicht absetzen konnte und schließlich trotz Timeout der Heidelbergerinnen zum 10:5 wegziehen konnten. Wohlwissend ob der Comebackfähigkeiten der Heidees gelang es Undercover dennoch nicht, diese Führung auszubauen. Im Gegenteil kamen die Heidees dem Ausgleich näher und näher, was darin gipfelte, dass beim 12:12 der Universepoint entscheiden sollte, wer Gruppensiegerinnen werden sollte. Beide Teams hatten mehrere Möglichkeiten, diesen letzten Punkt zu machen und glänzten somit nicht mit konstanten, sauberen Offenses. Letztlich gelang es Undercover mit einem beherzten Scooberwurf in die Endzone, das Spiel und damit auch die Gruppe für sich zu entscheiden. Dieses letzte Spiel am Samstag wurde durchzogen von Calls, die zwar immer gelöst werden konnten, die jedoch auch zeigten, dass die Spielweise und Auslegung des Regelwerks sich voneinander unterschieden, was einem flüssigen Spiel mehrfach im Weg stand.

Alle Ziele bereits erreicht und sogar noch Judiths Wunschziel Finale vor Augen habend wurde sich am Samstagabend noch sehr gefreut und entspannt bei Codo an der Schauburg essen gegangen.

Während es in der Gruppe A durch die Siege von Undercover und den Heidees keine Zweifel gab, wer oben und unten spielen würde, kam es in Gruppe B zu einem Dreiervergleich, welches die Hucks aus Berlin knapp für sich entscheiden konnten und somit die Halbfinalgegnerinnen von Undercover am Sonntag waren. Als amtierende Vizemeisterinnen waren die Hucks haushohe Favoritinnen, was sie mit einer schnellen 6:1-Führung eindrucksvoll unter Beweis zu stellen wussten. Undercover konnte zwischenzeitlich zwar näher kommen, aber letztlich gewannen die Berlinerinnen in einem sehr fairen und sauberen Spiel verdient mit 15:8.

Da die Heidees ebenfalls sehr deutlich gegen das andere Finalteam aus München, Yrr, verloren, kam es beim Spiel um Platz 3 zum Rematch gegen die Heidelbergerinnen. Schnell konnte Undercover ein erstes Break holen und die Führung bis zum 7:4 auch ausbauen. Dann gelang jedoch den Heidees der Ausgleich und das Spiel wurde auch durch Calls bzw. wiederholte Regelverstöße zäher. Zwar konnte Undercover nochmals eine Führung hinlegen, doch ab dem 10:8 für Undercover gelang den Heidelbergerinnen ein erneutes Comeback und sie gewannen schlussendlich ein teilweise hitzig debattiertes kleines Finale mit 12:10. Die Enttäuschung war bei Undercover riesengroß und hielt auch noch länger an.

Mit ein wenig Abstand lässt sich jedoch konstatieren, dass das allgemeine Teamziel (mehr als) erreicht und sich in der 1. Liga etabliert wurde, Learnings aus den Trainings und den Vorbereitungsspielen und -turnier gut umgesetzt werden konnten und ein starker Zusammenhalt im ganzen Team gespürt wurde. Undercover hat auf und abseits vom Feld hervorragend zusammengearbeitet, um nicht nur spielerisch die bestmögliche Leistung zu zeigen, sondern auch das Turnier überhaupt auf diese Art ausrichten zu können. Dabei stachen sehr viele Spielerinnen hervor, die sich nicht gegrämt haben, selbst nicht mitspielen zu dürfen, sondern im Gegenteil alles getan haben, damit dieses Undercover-Team so auftreten konnte. Außerdem schön anzusehen war die Hilfe aller anderen Vereinsmitglieder bei der Organisation des Turniers und der moralischen Unterstützung bei den Spielen.

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Linda